Die Wahl des Schlafsacks trägt wesentlich zum Wohlbefinden auf outdoor-Touren bei. Das sieht wohl jeder sofort ein – nach einem anstrengenden Tag und eventuell sogar nach Kälte und Nässe, freut sich der outdoorer auf Wärme und erholsamen Schlaf.

Dieser Gedanke verführt oftmals dazu, mit wenig Überlegung viel Geld auszugeben und teure Schlafsäcke zu kaufen für Temperaturbereiche, in denen man sich nie oder nur selten bewegt. Wer schläft bei Minusgraden regelmäßig draußen?

Dein Temperaturempfinden und die Angaben auf dem Schlafsack…

Wärmeempfinden ist subjektiv – deshalb sollte Deine erste Überlegung sein: Friere ich häufig (und das auch trotz warmer Bettdecke!) oder bin ich dahingehend gar nicht so empfindlich? Meist ist es so, daß Männer mehr Kälte vertragen (oder zumindest so tun) als Frauen. Es gibt aber da auch genau gegenteilige Typen – wie sieht es bei Dir aus?

Daunenschlafsack
leichter aber kuschliger Daunenschlafsack

Wenn Du schneller frierst, solltest Du nicht den leichtesten, dünnsten Schlafsack auswählen und ggf. einfache „Zusatzmaßnahmen“ in Betracht ziehen, die ich Dir weiter unten noch erläutere.

Ich kann nicht schlafen – der Schlafsack ist zu warm…

Die meisten Menschen schlafen sowieso nur im Sommer draußen und brauchen auch nur dafür einen Schlafsack. Und wenn Du aus Angst vor Kälte einen „zu guten“ Schlafsack kaufst, kann es passieren, daß Du darin im Sommer ständig schwitzt, es viel zu heiß ist und Du gerade deshalb keinen guten Schlaf hast. Eine Bettdecke kannst Du wegstrampeln, ein Schlafsack ist erstmal rundrum geschlossen, dh. Du hast bei zuviel Wärme auch keine so guten Karten. Der Reißverschluß geht bei manchen Schlafsäcken nur bis ca. 2/3 nach unten, um Gewicht zu sparen und Kältebrücken zu vermeiden. Also kauf lieber nicht „zuviel“ Schlafsack.

Auf den Schlafsäcken ist meist ein Temperaturbereich angegeben mit „Komfort“ +18° bis +8°, Extrem -3°C. Diese Angaben können Dir eine Orientierung geben, aber wie gesagt, Wärmeempfinden ist subjektiv. Und die Extremangabe heißt meistens, bis dahin erfrierst Du nicht gleich…

Die „Zwiebel“ macht Dich anpassungsfähiger

Auch bei Schlafsäcken bin ich für das Zwiebel-Prinzip! Mehrschicht-Kombinationen machen uns flexibler und können Geld sparen – weil Du dann nicht für eine kurze Wintertour noch den super-Extrem-Kälteschlafsack bis minus 30° kaufen mußt. Wenn mich nach den Advents-Booftouren in der Sächsischen Schweiz, die oft bei Schnee und ordentlichen Minusgraden stattfinden, manche fragen „Dann hast du aber einen Super-guten Schlafsack!“, antworte ich meist „Nö, zwei schlechte tun‘s genauso“. Denn dann kommt manchmal noch mein fast 30 Jahre alter Schlafsack aus der ersten „West-Bestellung“ von 1990 zum Einsatz – in Kombination mit meinem aktuellen leichten Daunenschlafsack und ggf. eben „Zusatzmaßnahmen“. Der „Dauni“ ist mir im Hochsommer zu warm (für die Mädels, die ich kenne, nicht) , aber für „Hundstage“ sowie Frühjahr und Herbst voll richtig. Draußen rundrum kommt im Winter der alte Kunstfaserschlafsack.

Welche Häute hat die Zwiebel?

Eine erste „Zusatzmaßnahme“ für unbeständige Sommer: Wenn Du nicht alles schleppen mußt oder mit dem Rad transportieren, hilft Dir schon eine leichte Decke als Ergänzung, falls es doch zu kühl wird.

Was mir persönlich wichtig ist – ein Schlafsack-Inlet! Also ein Einzug aus hautfreundlichem Material. Das kann Baumwolle sein oder, wenn Du gern mehr Geld ausgibst, auch Seide. Sowas gibt es in outdoor-Läden zu kaufen, eigentlich überall im Fachhandel, wo es auch Schlafsäcke gibt. Du kannst den Einzug aber auch selbst machen, wenn Du ein wenig schneiderisches Geschick und eine Nähmaschine hast, z. B. aus einem alten Bettlaken: Schlafsack ausbreiten, das Laken längs gefaltet drauflegen und die Form abnehmen. Lieber etwas zu großzügig bemessen, es soll ja keine Zwangsjacke werden. Und dann die Seiten zusammennähen. Falls Du als Besucher mal einen fremden Schlafsack ausborgst, reicht auch schon ein großer Bettbezug, den Du innen in den Schlafsack stopfst und kannst Du oder Dein Besuch reinkriechen.

selbstgenähtes Schlafsack-Inlett
selbstgenähtes Schlafsack-Inlett aus Baumwolle

Hygiene und Chemie-Allergie

Warum das Ganze? Einmal aus hygienischen Gründen. Schlafsäcke solltest Du seltenst waschen, sonst halten sie nicht lange. Da wir aber im Schlaf fleißig transpirieren, muß was da sein, was den Schweiß aufnehmen kann, und das wäre dann das Inlet. Zweitens sind die Futterstoffe im Schlafsack immer aus irgendeinem Plastik-Material. Ich mag keine Plaste auf der Haut und bin dahingehend sehr mißtrauisch, weil diese immer Weichmacher und andere schädliche Stoffe abgeben. Im Zweifel hier lieber mehr mißtrauisch sein, denn diese Stoffe haben viele unschöne Nebenwirkungen – sie machen unfruchtbar, fördern Krebs und andere heimtückische Krankheiten. Deshalb ist es besser, wenigstens eine Trennschicht dazwischen zu haben. Und – wenn es sehr warm wird, kann ich auch den Schlafsack abstrampeln und nur in dem Baumwoll-Inlet schlafen, wenn es kalt ist, habe ich eine wärmende Schicht mehr. In tropischen Regionen schlafe ich oft nur im Inlet.

Zwei Schlafsäcke – zwei Häute

Die weitere „Zusatzmaßnahme“ „zwei Schlafsäcke in einem“ habe ich schon erwähnt.

Ich habe noch einen Super-Leicht-600g-Schlafsack, der ist selbst in kalten Sommernächten fast schon zu schwach – aber mit dem Inlet geht das. Und mit dem „Dauni“ in Kombination reicht es auch für leichte Winternächte.

600g Schlafsäcke eignen sich nur für den Sommer
klein und leicht… aber nur für den Sommer oder zum Drüberziehen

Noch eine billige weitere Kombi-Möglichkeit: Eine fleece-Decke (z.B. für 3€ aus dem Tedi) an zwei Seiten zusammengenäht und über das Inlet gezogen, erhöht den Komfortbereich im Schlafsack um mindestens 5 Grad! Wobei das aufgrund der Größe nur für kleine Menschen wie mich geht. Alles Möglichkeiten, wie man die Mädels bei Laune halten kann, damit sie nicht wegen Kälte die ganze Tour vermiesen! Na, laut Postillon kommen Mädchen ja sowieso bald mit angeborener Fleecedecke zur Welt…

Gute Vorbereitung für besten Schlaf

Nicht nur die Material-Auswahl, auch die Pflege und Lagerung sowie die Vorbereitung auf den Schlaf spielen eine wichtige Rolle für die Wärmehaltung. Zu letzterem jetzt ein paar Worte:

Die Schlafsäcke werden i.d.Regel eng zusammengepreßt im Rucksack transportiert, es gibt sogar Kompressionssäcke, um das Transport-Volumen noch zu verringern. Alles in Ordnung, aber dann sollte man sich am Lagerplatz um seinen nächtlichen Warmhalter kümmern – und zwar bald nach der Ankunft! Die Wärme wird ja durch die Luftschichten gehalten, die sich zwischen den Schlafsack-Fasern befinden. Dazu muß der Schlafsack nach der Ankunft von der Transport-Kompression befreit und aktiv mit Luft versorgt werden! Ich nehme – und besonders, wenn es sehr kalt zu werden scheint – den Schlafsack rechtzeitig aus der Hülle, rolle ihn aus und fange an, ihn Stück für Stück ordentlich aufzuschütteln. Nicht nur einmal kurz den ganzen Sack in der Luft rumwirbeln und das war‘s – nein – handbreit um handbreit wird er mit den Fingerspitzen hochgehoben und geschüttelt.

Schlafsack- Wellness für eine erholsame Nacht 🙂

Das fühlt sich fast schon so an, als sauge er befreit die frische Luft zwischen die Fasern. Denn diese müssen sich aus ihrer Zwangslage befreien und entspannen können, aus Klumpen auflösen und ihre Federkraft zurückgewinnen – das macht wesentlich die Dämmwirkung des Schlafsacks aus! Ich bin der Meinung, daß dieser Unterschied tatsächlich spürbar ist – also probier‘ es einfach mal in kalten Herbst- oder Winternächten aus.

Kunstfaser oder Daune – welcher Schlafsack-Typ ist der Richtige für Dich?

Diese Frage läßt sich leider nicht so leicht und eindeutig beantworten. Hier folgen aber einige Hinweise, die Deine Entscheidung erleichtern.

Kunstfaser…

Kunstfaser-Schlafsäcke sind im Schnitt ein Stück billiger – immer auf die „Leistung“ bezogen, also auf das Wärmedämm-Vermögen. Letzteres ist unser Hauptkriterium bei der Frage, welcher Schlafsack für Dich gut ist. Auch wenn viele Fortschritte gemacht wurden und die Kunstfasern inzwischen ein Hochleistungsprodukt sein können, haben diese Schlafsäcke aber einen Nachteil – sie sind gegenüber der Daune schwerer und das Transportvolumen ist ggf. größer. Bzw. wenn sie die Leistung von Daunen erreichen, dann aber auch wieder entsprechend teurer…

High-Tec- Fasern

Die Kunstfasern sind nicht mal mehr nur kleine Röhrchen, wie Mini-Trinkhalme, sondern auch noch in mehrere Hohlkammern unterteilt. All das dient der höheren Wärmedämm-Leistung. Der Vorteil von Kunstfasern liegt vor allem in der wesentlich besseren Beständigkeit bei Nässe – sie trocknen schneller als Daunen, wärmen selbst im nassen Zustand noch einigermaßen und leiden weniger unter dem Wassereinfluß. Deshalb sind sie gut geeignet für Wassersportler, die öfter Gefahr laufen, zu tief einzutauchen 🙂 Oder auch für alle anderen, die viel in nassen Gegenden unterwegs sind und wie auch immer mit Nässe zu kämpfen haben.

Bedenken solltest Du aber, daß es sich um ein Erdöl-Produkt handelt, die Rücknahme und das recycling nur von wenigen Firmen gut gelöst ist und daß auch hier die oben genannten Probleme mit Plastik-Chemie auftreten können. Kunstfaserschlafsäcke werden Dir in den Sommerangeboten schon für ein Taschengeld in Discountern oder Baumärkten geradezu hinterhergeworfen. Vorsicht ist geboten – gerade hier ist die Herkunft und die „chemische Ausstattung“ fraglich, die Temperaturbereiche möglicherweise willkürlich, die Qualität zweifelhaft.. Diese Verkäufer haben in Sachen Outdoor-Ausrüstung ja keinen Ruf zu verlieren und Baumarkt-Manager sind normalerweise keine outdoor- Fachleute. Jeder weiß, wer billig kauft….

… oder doch lieber Daune?

Daunenschlafsäcke sind für die gleiche Wärmedämm-Leistung leichter und kleiner. I.d.R. aber teurer. Besonders wenn der Schlafsack doch recht günstig angeboten ist, sollte man die Herkunft der Daunen hinterfragen – es könnte sein, daß sie durch Lebendraufen von lebendigen Gänsen gewonnen worden sind, was sich dann wieder aus Tierschutzgründen verbietet.

Die Wärmedämm-Leistung ist also bei gleichem Gewicht höher (gute sonstige Konstruktion vorausgesetzt). Deshalb eignen sich Daunenschlafsäcke vor allem für Touren, auf denen man sein Gepäck selbst trägt oder mit dem Rad fährt. Sie lassen sich sehr gut zusammenpressen – umso wichtiger ist die oben beschriebene Schlafplatz-Vorbereitung. Der Nachteil ist die Nässe-Empfindlichkeit. In der Toscana bin ich mal in eine herbstliche Gewitter-Nacht geraten und mein neues Tarp hatte – vorher nicht getestet – eine eklatante Schwachstelle. Dabei ist mein Dauni so naß geworden, daß ich die Tour abbrechen mußte und zwei Tage im Hostel zur Trocknung gebraucht habe. Du mußt sich also zumindest kümmern und überlegen, wie Du Deinen Schlafsack trocken halten kann – Rucksack-Regenüberzug, wasserdichter Packsack im Kanu extra für Schlafsack und ggf. trockenen Klamottensatz, Vorsorge beim Zelten und Biwakieren.. Möglichkeiten gibt es viele. Dann ist der „Dauni“ Dein kuschliger Begleiter.

Die Größe und die Konstruktion des Schlafsacks

Die Größe richtet sich nach Deiner eigenen Körpergröße und dem persönlichen Umfang. Zur Länge gibt es normalerweise Angaben auf der Verpackung. Bei vielen Fachhändlern darfst Du auch mal reinkriechen oder Dich zumindest drauflegen. Ein zu großer Schlafsack hält schlecht warm, da Du immer noch ein zusätzliches Luftvolumen mit anwärmen mußt. Das kann besonders bei kalten Temperaturen echt unangenehm sein! Andererseits ist ein sehr enger Schlafsack auch nicht schön, Du fühlst sich noch sehr eingezwängt und preßt auch schon mal einen Teil der isolierenden Luftschichten raus. Ich persönlich bevorzuge lieber etwas zu reichliche Schlafsäcke, in die ich mich vollkommen zurückziehen kann.

Die Wirkung von Schlafsäcken beruht auf den eingeschlossenen Luftschichten, die die Körperwärme zurückhalten und von der Außenluft abschirmen. Um „Wärmebrücken“, also undichte Stellen in der Isolierung zu vermeiden, solltest Du auf einige konstruktive Merkmale achten.

Aufbau- Varianten

Erstens wird die Isolierung heute in verschiedenen Konstruktionsformen eingebracht, meistens wie Schuppen oder „Dachziegel“ gegenseitig überlappend. Das geschieht entweder bei Kunstfasern, indem einzelne Faserplatten schuppenartig übereinandergelegt und in dieser Anordnung mit Innen- und Außenhülle vernäht werden. Oder es werden sogar jeweils eigene Kammern in Schuppenform eingenäht. Das ist bei Daunen gar nicht anders möglich, denn diese werden dann in die einzelnen Kammern eingefüllt. Nur bei sehr einfachen Billig- Schlafsäcken wird die Isolierschicht als durchgängige Matte eingearbeitet.

Reißverschluß – Abdeckung und Wärmekragen

Ein weiteres wichtiges Element ist eine Reißverschluß- Abdeckung. Was nützt der schönste warme Schlafsack, wenn es zu den Ritzen des RV ständig reinzieht. Bei superleichten Sommerschlafsäcken kann die Abdeckung mal einfach aus einem Stoffstreifen bestehen. Diese sollte mindestens vorhanden sein, denn auch im Sommer kann „Zugluft“ durch Reißverschluß – Ritzen sehr unangenehm sein. Üblich ist heute eine Abdeckung in Form eines Stoff- Schlauchs, der mit Isoliermaterial gefüllt von innen auf dem RV aufliegt. Schlafsäcke mit höheren Isolieransprüchen haben z.T. sogar noch eine Stoffstreifen-Abdeckung, die außen idealerweise von der Gegenseite auf den RV liegt.

Gute Schlafsäcke haben einen  Wärmekragen
Der Wärmekragen schützt vor Zugluft

Sehr nützlich ist außerdem ein Wärmekragen, der in Halshöhe im Schlafsack für zusätzliche Isolation sorgt. Diesen kannst Du mit einem Schnurzug und Kordelstopper zusammenziehen und so verringert sich das Ausströmen der Warmluft vom Körperbereich nach außen.

Decke oder Mumie?

Schlafsäcke gibt es in Decken- oder Mumien-Form. Deckenschlafsäcke sind oft sehr einfache Sommerschlafsäcke. Sie sind im Grunde nichts anderes als eine Steppdecke, die zusammengelegt und unten und an der offenen Seite mit einem Reißverschluß versehen ist. Man kann diesen auch offen lassen und hat dann eine große Decke für zwei Personen. Im Sommer meist ausreichend. Da unser Kopf und insbesondere die Kopfhaut sehr gut durchblutet ist, geben wir viel Wärme über den Kopf ab – bis über 50%! Der Deckenschlafsack hilft da gar nicht – nimm Dir für kühle Nächte einen Kaputzenpullover als Schlafanzug mit! (Das ist auch für den Winter eine weitere Empfehlung im Sinne des Zwiebel-Prinzips.)

Wesentlich bessere Dämmleistung bringt deshalb der sogenannte Mumien-Schnitt. Dieser hat nämlich eine Kaputze, die mit Kordeln auch noch eng zugezogen werden kann. Damit und mit dem Wärmekragen ist der obere Körperteil einschließlich Kopf bestens vor Kälte geschützt. Außerdem ist zusätzlich meist der Fußteil enger geschnitten (aber stärker isoliert), damit die Füße nicht unnütz viel Luft erwärmen müssen. Kalte Füße in der Nacht können einem ganz schön die Tour vermasseln. Tip für Kalt- Füßler wie mich nach Zwiebel-Prinzip: Im Winter an warme extra Schlafsocken denken, diese ggf. vor dem Schlafengehen sogar noch eine Weile in der Hosentasche anwärmen.

Die Pflege des Schlafsacks

Auch wenn jeder Schlafsack mit der Zeit in der Wärme-Dämmleistung nachläßt – mit ein paar Tips zur Pflege hält das gute Stück doch einiges länger.

Wäsche???

Und dazu gehört zu allererst – seltenst waschen! Das mag sich etwas grotesk anhören, aber die Wäsche trägt stark zur Leistungsminderung bei. Dämmfasern verklumpen und verlieren ihre Spannkraft (sie sollen ja einen Raum aufspreizen können, in dem sich dämmende Luft sammelt). Die feinen Daunen beginnen zu brechen und ihre Federchen verkleben. Deshalb oben meine Empfehlung, immer ein Inlet in den Schlafsack einzuziehen, welches Du dann regelmäßig waschen kannst.

Wenn dann nach 2,3 Jahren mal die erste Wäsche fällig ist, kannst Du Kunstfaserschlafsäcke mit einem milden Waschmittel in der Waschmaschine bei höchstens 30°C waschen, für Daunenschlafsäcke gibt es extra Daunenwaschmittel im Fachhandel. Alle Schlafsäcke sollten lufttrocknen, ab Besten breitflächig ausgelegt über eine Gartenbank o.ä. Eher nicht auf die Leine hängen, dabei folgt die wasserschwere Füllung der Schwerkraft und die Leine erzeugt eine Bruchstelle.

Lagern und Einpacken

Außerdem sollte Dein Schlafsack so oft wie möglich entspannt, locker und breit liegen. Komprimiert im Transport-Sack sollte er wirklich nur zum Transport sein. Nach der Tour solltest Du den Schlafsack aufschütteln und wenigstens für einen Tag an einen trockenen, luftigen Ort legen, damit die Restfeuchte entweichen kann. Anschließend kann er im Wäscheschrank verschwinden – aber möglichst wenig zusammengelegt und aufgelockert obenauf, nicht unter lauter schweren Gegenständen. Als Lagersack empfiehlt sich ein dünner Baumwoll-Beutel, am Besten ein Kopfkissenbezug.

Schlafsäcke zur Aufbewahrung
Zur Aufbewahrung den Schlafsack nur locker zusammenschlagen, dann am Besten in Kopfkissen-Bezug und oben in den Schrank

Beim Einpacken in den Transportbeutel bitte die deutsche Ordnungsliebe ablegen – Schlafsäcke sollte nicht exakt und mit gerader Kante zusammengefaltet werden! An den Falten bilden sich sonst Sollbruchstellen in der Füllung und es entstehen Wärmebrücken. Deshalb den Schlafsack lieber „unordentlich“ Stück für Stück in den Transportbeutel stopfen.

Stopfen statt Falten!

Ich wünsche Dir eine angenehme outdoor-Nacht!

Die Entsorgung

Dieses Thema ist leider schwierig, wie für so viele Produkte unserer Konsum-Gesellschaft. Solange Dein Schlafsack noch einigermaßen was taugt, empfehle ich die Entsorgung in einer Kleider-Tonne oder über die Sammelstellen der Wohlfahrts-Organisationen. So traurig es ist, aber für Schlafsäcke gibt es dort immer Bedarf. Vielleicht denkst Du dabei mit daran, daß Übernachten im Schlafsack für viele Mitmenschen nicht nur ein outdoor-Spaß und Abwechslung vom Alltag ist, sondern bitterer Ernst.

Ist der treue Begleiter entgültig nicht mehr zu retten, dann lautet der offizielle Weg – graue Restmülltonne. Das kann niemanden zufriedenstellen, vor allem nicht naturverbundene Outdoorer! Schließlich handelt es sich um hochveredelte Erdöl-Produkte. Die Daunen kann man theoretisch herauslösen und auf dem Kompost oder in der Bio-Tonne entsorgen. Es wäre nicht mal ein Problem, sie irgendwo lustig davonfliegen zu lassen. Aber Kunstfasern und die Hülle der Schlafsäcke sind Plast-Werkstoffe – die gehören dann eigentlich in die Gelbe Tonne. Also kleb‘ den „grünen Punkt“ drauf, damit sie die offizielle Zugangsberechtigung erhalten.

Entsorgung gehört zur Hersteller-Verantwortung

Insofern bin ich sehr dafür, daß in Europa gesetzlich geregelt wird, daß jeder, der ein Produkt in Umlauf bringt, mit dem Tag der Marktgängigkeit einen für jeden Kunden zugänglichen Entsorgungsweg anbieten muß, bei dem dafür gesorgt ist, daß das Produkt in naturübliche Stoffe zerlegt oder in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt wird. Weil dann die Märkte auch nicht mit unendlich vielen Nonsens-Produkten überschwemmt werden würden, die nur dem Zweck dienen, durch Verkauf Geld neu zu verteilen. Wenn Du immer noch unschlüssig bist, wie Du den Langgedienten wieder los wirst – frag beim Händler oder Hersteller nach.. soweit es die noch gibt.

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